Wieso vergleichen wir uns ständig?

Lifestyle

By Julia / 25.02.2018 /

Neulich erwischte mich mein Freund, wie ich einen anderen Blog anstarrte. Ich fragte mich nur, wieso ihr Blog so schön ist, und meiner nicht? Wieso hat der Blog so schöne Bilder? Warum hat der Blog mehr Kommentare als meiner? Mein Freund konnte an meinen Gesichtszügen meine Gedanken lesen. Er sagte einen Ton und schon motzte ich ihn an. Ich motze ihn an, obwohl er doch absolut nichts dafür kann. Ich konnte in dem Moment nur leider nicht anders. Ich war wütend. Wütend auf mich. Auf ihn, irgendwie auch. Aber besonders wütend war ich auf die Welt. Das Leben ist doch so unfair. Alle sind besser, als ich.

 

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, dachte ich über den gestrigen Abend natürlich schon anders. Ich wollte mehr Gas geben, damit ich meinen Blog irgendwann mit dem von gestern vergleichen kann. Nach meiner ersten Tasse Kaffee erschrak ich selbst über meine Gedanken. Läuft da gerade nicht gewaltig etwas schief?

Ein objektiver Maßstab

Oft vergleiche ich mich mit anderen, weil ich nach einem „objektiven Maßstab“ suche. Wie viele Zeichen sollte ein Blogbeitrag haben? Was für eine Kamera brauche ich, um ein „guter“ Blogger zu sein? Ab wann bin ich als Blogger erfolgreich? Ab 1000 Seitenaufrufen im Monat? Oder 5000 Seitenaufrufen? Es sind einfach zu viele Fragen, auf die ich keine Antwort weiß. Die Ungewissheit ist ein Grund, weshalb ich immer das Bedürfnis habe, mich zu vergleichen. 

 

Vergleichen bedeutet Unglück

Wenn ich ständig darüber nachdenke, was die anderen haben und ich nicht, werde ich auf Dauer unglücklich. Ich habe doch eh schon kein großes Selbstbewusstsein. Das macht es auch nicht größer. Eher kleiner. Ich mache mich klein. Dabei sollte ich einfach mal stolz darauf sein, wer ich bin und was ich bisher erreicht habe. 

 

Ich kann mich eigentlich gar nicht vergleichen

Wenn ich es ganz objektiv sehen will, kann ich mich gar nicht mit anderen vergleichen. Wir haben alle einen anderen Hintergrund. Sind alle unterschiedlich aufgewachsen und haben unterschiedliche genetische Anlagen. Wir sind zwar alle Menschen, aber auch alle unterschiedlich. Niemand ist gleich. Wir sind alle verschieden. Du bist du. Ich bin ich. Ganz einfach.

Instagram und Co.

Ja, mit dieser App kann man sich ganz schnell minderwertig fühlen. Die anderen posten jeden Tag so tolle Bilder von ihrem tollen Urlaub. Ich mache Urlaub auf Balkonien. Dass ich das Glück habe, an einer privaten Uni zu studieren, ist in der Sekunde nicht bedeutend. Ich sehe die neue Gucci Tasche einer Bloggerin, schaue in meinen Kleiderschrank und fühle mich schlecht. Da kann ich einfach nicht mithalten. Leider. Ich würde so gerne. 

Instagram ist wirklich einsame Spitze darin, Leuten das Selbstbewusstsein zu nehmen. Die ganzen Likes und Follower können berauschende Wirkungen haben. Dabei sollten wir jedoch immer im Hinterkopf behalten, dass auf Instagram immer nur die Schokoladenseite gezeigt wird. Niemand würde ein „minderwertiges“ Bild posten, wo das Licht und die Location nicht perfekt inszeniert wäre.

Vertrau auf dich. Sei stolz auf dich.

Ich glaube ich muss euch nicht mit solchen Redewendungen kommen, wie - Konzentriere dich auf dich, und nicht auf die anderen oder - du bist du und der andere ist anders. Diese Sprüche habe ich schon so oft gehört. Helfen sie? Nein. Meines Erachtens spornen sie sogar noch an. Wenn Oma mir früher damit kam, wollte ich mich erst recht mit meinen Freundinnen aus meiner Klasse vergleichen. Sie hatten bessere Noten. Sie hatten schönere Klamotten. Sie lebten in einem tollen Haus und ihre Eltern waren noch verheiratet.

Das einzige, was mir in solchen Momenten hilft, ist dieser einfache Satz: Egal wie lange und wie oft ich mich mit anderen vergleiche, es ändert nichts. Wenn ich darüber nachdenke, wieso die anderen bloß schönere Bilder habe, als ich, bringt mir das nichts. Vielmehr muss ich darüber nachdenken, wie ich in meinen Augen schönere Bilder schieße oder ob ich sie anders bearbeiten soll. Ich versuche meine Motivation auf die relevanten und wichtigen Dinge zu lenken: Auf das Problem, was nach einer Lösung sucht. Hach, das schreibt sich gerade so schön runter. Wäre es doch auch im Leben so leicht.

About Julia

About Julia

Was passt besser zusammen als Yin und Yang? Richtig. Julia und Kaffee. Mitte 2016 gründete Julia ihren Blog About Julia. Mit ihrer Kamera in der einen und mit ihrem Laptop in der anderen Hand stürzte sich Julia in das neue Abenteuer. Auf About Julia dreht sich alles um Fashion und Lifestyle Themen. Neben ihrem Blog studiert Julia Modejournalismus.

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Marie

02 / 26 / 2018

Sehr schöner und interessanter Beitrag. Ich bin auch der Meinung, Vergleich führt nur zu Unglück und Neid. Wenn man immer auf andere schaut, vergisst man, dass es einem eigentlich ganz gut geht. Ich habe mich noch nie verglichen, da wir alle so unterschiedlich sind und auch verschiedene Meinungen haben.
Ganz liebe Grüße Marie

Melli

02 / 27 / 2018

Oh das Gefühl kenne ich nur zu gut. Während es bei Blogs noch einigermaßen geht, im Übrigen finde ich deinen besonderen Stil sehr schön und mag deine Bilder vor allem, kriege ich bei Instagram regelmäßig die Krise. Gar nicht so sehr, weil ich mich minderwertig fühle oder auf irgendwen oder irgendwas neidisch wäre, sondern einfach, weil alles so verlogen ist und man mit ehrlichen Mitteln keine Chance hat, eine gewisse Reichweite aufzubauen... Auch wenn es Ausnahmen gibt, die diese Regel bestätigen.
Deshalb kann ich dir nur recht geben, am besten sich gar nicht mit anderen vergleichen und sich nur auf sich selbst konzentrieren. Alles andere sorgt nur für Frust und solche Szenen, wie du sie am Anfang deines Beitrags beschreibst... Wie unnötig das eigentlich ist, merkt man oft leider erst, wenn es zu spät ist.
Viele liebe Grüße an dich und mach weiter so! Mir gefällt dein Blog!

Romi

02 / 28 / 2018

Ich kann dir nur vollstens zustimmen... gerade auf Instagram gehen mir diese ganzen "Goals" auf den Keks. Jeder vergleicht sein Leben, seinen Körper, seine Ziele mit denen von anderen, statt einfach mit sich selbst glücklich zu sein.

LG
Romi
romistyle.de

Milli

02 / 27 / 2018

Der Beitrag ist wirklich toll und ich musste echt ein bisschen über mich selber schmunzeln. Denn auch ich habe mich schon mit anderen Bloggern verglichen und dabei an mir selber kein gutes Haar gelassen. Was natürlich völliger Quatsch ist. Natürlich kann man nicht mit jemandem "mithalten", der Vollzeit bloggt oder das schon seit 10 Jahren macht. Aber das muss meistens erst in einer ruhigen Minute erkennen.

Liebe Grüße, Milli
(http://www.millilovesfashion.de)